Missbrauch von Notrufnummern
Hintergrund: Im Raum Marburg meldete ein Anrufer einen fingierten schweren Verkehrsunfall. Aufgrund des Notrufes rückten Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst aus, suchten jedoch vergeblich nach der angeblichen Unfallstelle. Die Polizei leitete wegen dieses Missbrauches ein Strafverfahren ein. Den Anrufer erwartet eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr und eine Geldstrafe.
Zeitungsartikel über einen Fall von Notrufmissbrauch
Artikel aus der Wetterauer Zeitung vom 30. Dezember 2006
Nummer 303 – Seite 38
Notrufnummer missbraucht – Strafverfahren eingeleitet
Wetter/ Marburg (pm). Die Polizei besitzt genügend Ermittlungsansätze, um einen Anrufer zu ermitteln, der Einsatzkräfte in der Nacht zum Donnerstag wider besseren Wissens in Aufruhr versetzte und einen Notruf offensichtlich missbrauchte. Um 4.15 Uhr meldete der »Scherzbold« per Telefon: »Zwischen Wetter und Goßfelden ist ein schwerer Unfall passiert! Können Sie schnell kommen?« Der Anrufer räumte zudem ein, selbst am Unfall beteiligt gewesen zu sein, am Arm stark zu bluten und eine Beckenverletzung zu haben. Polizei und Feuerwehr suchten die angebliche Unfallstelle auf der Bundesstraße 62 zwischen Sterzhausen und Goßfelden ab, ohne auch nur an den kleinsten Hinweis auf die Wahrhaftigkeit der Meldung zu finden. Die Polizei leitete darauf hin ein Strafverfahren wegen des Missbrauchs von Notrufen ein. Den Anrufer erwartet eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr und eine Geldstrafe.
Rechtliche Grundlagen beim Mißbrauch von Notrufen
Strafgesetzbuch § 145 (1) Wer absichtlich oder wissentlich 1. Notrufe oder Notzeichen mißbraucht oder wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Wer absichtlich oder wissentlich 1. die zur Verhütung von Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr dienenden Warn- oder Verbotszeichen beseitigt, unkenntlich macht oder in ihrem Sinn entstellt oder wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 303 oder § 304 mit Strafe bedroht ist. |